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Rennatmosphäre im Rutschenturm

Erfolgreiche erste Gütersloher Rutsch-Meisterschaft in der Welle. Gemeinsam mit dem Deutschen Rennrutsch Verband (DRV) haben die Stadtwerke Gütersloh zum Wettbewerb für Jedermann geladen.

Ein Schnitt von sensationellen 31 Stundenkilometern auf 100 Metern Rutschbahn ist in der neuen Speedrutsche „Body2Race“ im Gütersloher Freizeitbad „Welle“ durchaus möglich – das hat am vergangenen Samstag die erste Gütersloher Stadtmeisterschaft im Rennrutschen gezeigt. Gemeinsam mit dem Deutschen Rennrutsch Verband (DRV) haben die Stadtwerke Gütersloh zum Wettbewerb für Jedermann geladen und in einem Feld von 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in drei Kategorien die Schnellsten ermittelt. Mit 11,58 Sekunden wurde zugleich ein neuer Bahnrekord aufgestellt, an dem sich ab sofort alle Besucher des Bades messen dürfen.

Für den noch jungen Rennrutsch Verband, der sich seit 2015 bundesweit um die Organisation von Vorentscheiden sowie die Ausrichtung des Deutschland Cups im Rennrutschen kümmert, war der Kontakt zu den Stadtwerken Gütersloh als Betreiber der „Welle“ durchaus reizvoll: Nirgendwo in Deutschland gibt es momentan eine vergleichbare Anlage wie die in diesem Jahr eröffnete Gütersloher Doppelrutsche. Durch die zwei nebeneinander verlaufenden Bahnen entsteht ein ganz neuer Modus, der auch für zukünftige Wettbewerbe viele Möglichkeiten offenlässt.

Im Rahmen der ersten Stadtmeisterschaft ging es aber zunächst einmal um die Geschwindigkeit: In drei Rutschläufen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, Bestzeiten zu erreichen, wobei die jeweils langsamste Zeit aus der Wertung gestrichen wurde. Als Sieger gekürt wurde derjenige, der in der Summe der zwei verbleibenden Zeiten der Schnellste war. Wertungen gab es in den Wettkampfklassen Damen, Herren und Kinder bis 15 Jahre. „Alle drei Kategorien waren sehr gut vertreten, sodass auf der Rutsche schnell richtiges Renn-Feeling aufkam“, berichtet Sven Dethlefsen vom Bäder-Team. Für ihn war der Nachmittag auch deshalb ein voller Erfolg: „Die Stadtmeisterschaften richten sich an wirklich alle, die Spaß am schnellen Rutschen haben. Und genau die haben wir mit dem Angebot erreichen können“, freut er sich über den großen Zuspruch.

Neben sehr viel Spaß rund um das Event zählten am Ende dann aber natürlich die nackten Zahlen – und bei denen konnte sich der neue Bahnrekordhalter und erfahrene Rennrutscher Andreas Köhnke aus Wedel ganz an der Spitze positionieren. Mit gleich zwei Bahnrekorden – 11,75 Sekunden im ersten und 11,58 Sekunden im dritten Lauf – schaffte er es in der Gesamtwertung mit 23,33 Sekunden auf den ersten Platz. Genau vier Zehntel Sekunden länger war Sven Schubert für seinen zweiten Platz unterwegs (23,73 Sekunden), gefolgt von Ron-Hendrik Peesel mit 23,88 Sekunden in seinen zwei besten Läufen. In einem ebenfalls starken Teilnehmerfeld der Damen setzte sich Birgit Rauen mit 28,71 Sekunden durch, gefolgt von Ann-Cathrin Mücke mit 28,90 Sekunden und Karina Dick mit 31,59 Sekunden. Die jeweils zwei Schnellsten der beiden Wertungsklassen haben sich im Rahmen der Gütersloher Stadtmeisterschaft für den Deutschland Cup am 24. November in Bad Lauterberg qualifiziert.

In richtig guter Form präsentierte sich auch der Nachwuchs: Bei den Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahre überzeugte Levin Klätte mit 26,30 Sekunden vor Cedric Köhnke mit 27,52 Sekunden und Sina Rauen mit 28,36 Sekunden. Das macht Hoffnung, dass mit den neu geschaffenen Trainingsbedingungen in Gütersloh eine schnelle Generation Rennrutschbegeisterter heranwächst, die schon bald in das bundesweite Geschehen eingreifen kann.

Nach dem „Stadtschwimmen“ als jährlich stattfindender Wettbewerb für Jedermann bringt die Stadtmeisterschaft im Rennrutschen mit ihrer rundum positiven Stimmung ebenfalls das Potenzial mit, sich als regelmäßiges Sportevent in der „Welle“ zu etablieren. Vielleicht gibt es dann schon im kommenden Jahr einen weiteren Bahnrekord bei über 35 gerutschten Stundenkilometern.